Überdrüber-Aktionswoche zum Erdüberlastungstag

Der Erdüberlastungstag wird in Italien heuer auf den 13. Mai geschätzt. Ab diesem Datum haben wir auch in Südtirol alle unsere nachhaltig nutzbaren Ressourcen für das ganze Jahr aufgebraucht. Die Folgen tragen derzeit aber zumeist nicht wir, sondern die Länder des Globalen Südens. Im Rahmen weltweiter Aktionen gegen den Überkonsum ruft die OEW heuer erstmals die Überdrüber-Aktionswochen in Südtirol aus und macht gemeinsam mit Vereinen, Schulen und Gruppen auf die Folgen der Erdüberlastung aufmerksam. Bei den Aktionen fordern sie eine „Verschiebung“ des Erdüberlastungstags. 

Gesucht werden…

Vereine, Gruppen und Organisationen, die sich der Initiative am 14. und 15. Mai mit einer eigenen Aktion anschließen möchten. Infos und Anmeldung unter franziska.blaas@oew.org oder telefonisch bei der OEW unter 0472 208208.

Save the date für…

Um auf den ökologischen und sozialen Aspekt des Ressourcenverbrauchs aufmerksam zu machen, lädt die OEW am 13. Mai um 10:30 zu einer Performance der Jugend-Tanzgruppe Shabba Crew auf die Talferwiesen in Bozen.

Tipps und interessante Infos werden dabei auf einem ungewöhnlichen Objekt an die Besucher*innen verteilt: Mit viel Humor haben die Organisator*innen nützliche Tipps und Tricks für die Ressourcenverarbeitung auf Klopapierrollen drucken lassen, die lokale Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. An rund 10 Grundschulen wird die OEW hingegen im Laufe der Überdrüber-Aktionswoche interaktive Medienpakete verteilen und so auch die Jüngsten unserer Gesellschaft für das Thema sensibilisieren.

Um was geht es hier genau?

Der Countdown läuft. Bald erreichen wir auch in Südtirol wieder den Tag, an dem wir unsere natürlichen Ressourcen fürs ganze Jahr erschöpft haben: den Erdüberlastungstag. Der globale Ressourcenverbrauch hat sich in den letzten 40 Jahren mehr als verdreifacht und wir leben derzeit so, als hätten wir 1,6 Erden zur Verfügung. Der Lebensstandard in Italien und somit der nationale Ressourcenverbrauch ist sogar so hoch, dass es 2,76 Planeten bräuchte, um den ökologischen Fußabdruck auszugleichen und der Umwelt die nötige Schonzeit zu verschaffen, sich von Ausbeutung und Verschmutzung zu erholen. Die Zahlen zeigen: Wir sind schon lange „überdrüber“! 

„Wenn wir den globalen Erdüberlastungstag jedes Jahr um fünf Tage nach hinten verschieben könnten, würden wir bis 2050 wieder weniger Ressourcen verschwenden, als nachwachsen“, erklärt Franziska Blaas von der OEW-Organisation für Eine solidarische Welt. Sie wolle aufzeigen, dass jede*r einzelne die weltweite Situation mit dem eigenen Konsumverhalten beeinflussen kann. Würden wir es beispielsweise schaffen unsere Nahrungsmittelabfälle weltweit zu halbieren, würde der globale Erdüberlastungstag 12 Tage später stattfinden. Auch eine Halbierung des CO2-Ausstoßes würde dieses Datum um 115 Tage verschieben. 

Ein anderer Aspekt ist die Ressourcenverteilung. Vor allem die Menschen in den „Produktionsländern“, im sogenannten Globalen Süden, in denen die meisten Rohstoffe wie fossile Brennstoffe, Metalle, Holz, Lebensmittel, Futtermittel und Textilprodukte angebaut oder gefördert werden, gehören zu den direkten Verlierern des vermeintlichen Ressourcengewinns. Aktuell liegt der Pro-Kopf-Konsum an Rohstoffen in Ländern des Globalen Nordens, also auch bei uns, schätzungsweise viermal höher als in Ländern des Globalen Südens. Die Menschen dort konsumieren aber nicht nur weniger, sondern sind auch am heftigsten von den Folgen des Überkonsums betroffen. So ist beispielsweise der Klimawandel eine direkte Folge der weltweiten Umweltbelastung – und führt derzeit vor allem in Ländern mit unzureichender Infrastruktur und in südlichen Klimazonen zu fatalen Extremwetter-Ereignissen; beispielweise die Überschwemmung ganzer Inselgruppen, die Ausbreitung der Wüste und plötzliche Wasserknappheit. 

„Kaum ein Produkt unseres Alltags kommt ohne Rohstoffe aus Ländern des Globalen Südens aus. Gerade deshalb tragen wir eine Mitverantwortung für die weltweiten ökologischen und sozialen Folgen unseres Konsums“, so Monika Thaler von der OEW. Als Teil einer globalen Gesellschaft stehen wir alle in der Verantwortung etwas dazu beizutragen, um die negativen Auswirkungen des Ressourcenverbrauchs auf unsere Mitmenschen, unsere Umwelt und für die nachkommenden Generationen einzuschränken. Die energieintensive, meist menschenrechtsverletzende und umweltbelastende Ressourcengewinnung von oft reinen Wegwerfprodukten führe aktuell zu einem enormen sozialen Ungleichgewicht.