Schule macht Zukunft – A scuola di futuro

v.l. hinten: Alexander Oberhofer, Verena Gschnell (OEW), Amelie Schuster, Sarah Haller, Elisa Portner, Adrian Luncke (OEW) v.l. vorne: Maximilian Fornari, Hannah Wieser, Hannah Vieider, Monika Thaler (OEW)

Die Schülerproteste im vergangenen Jahr machten es klar: Junge Leute möchten etwas bewegen. Das OEW-Projekt „Schule macht Zukunft“ setzt direkt dort an und gibt den Ober- und Berufsschüler*innen die Chance, ihren Aktionismus für eine gerechtere Welt auch im Klassenzimmer fortzuführen. Ab September 2019 kommt es im Sozialwissenschaftliches Gymnasium Brixen und in der Landesberufsschule Luis Zuegg Meran, zum Kick-off des fächerübergreifenden Projekts. Eindrücke von der Auftaktveranstaltung in Brixen am 13. September:

Dass das Projekt bei den Schüler*innen auf Interesse stößt, zeigte bereits die Testphase im Schuljahr 2018/19. Dort engagierten sich im Sozialwissenschaftlichen Gymnasium Brixen über 100 Schüler*innen in Arbeitsgruppen  und brachten ihre eigenen Ideen ein. Daraus entstand beispielsweise eine Kleidertauschbörse, eine Aktion für die Becherreduktion am Getränkeautomaten, ein selbst gedrehtes Anti-Rassismus-Video und Upcycling-Schmuck, der gegen Spende für ein Projekt in Bolivien „verkauft“ wurde. Diese und noch mehr Ideen wollen die Schüler*innen im Sozialwissenschaftlichen auch 2019/20 weiterführen. In Meran startet die Landesberufsschule Luis Zuegg hingegen in ein erstes, spannendes Projektjahr.

OEW macht Schule: Für eine faire, solidarische und nachhaltige Schule

Zum Auftakt des besonderen Schuljahrs hat die OEW deshalb am 12. und am 18. September in den beiden Schulen, sei es in Brixen wie in Meran, einen fächerübergreifenden Workshop-Tag organisiert, in der sich alle Schüler*innen ab der 2. Klasse zu unterschiedlichen Themen informieren konnten. Globale Zusammenhänge, das eigene Konsumverhalten und eigene Blickwinkel, Vorurteile, Ausländer-Feindlichkeit und unfaire Arbeitsbedingungen im Globalen Süden wurden kritisch diskutiert und lieferten  spannende Inputs für zukünftige Projekte. Am Ende des Vormittags schrieben die Teilnehmer*innen ihre Wünsche für ihre Schule auf Papiertüten und hingen sie im Treppenhaus auf. Sie sollen den Arbeitsgruppen im laufenden Schuljahr als Inspirationsquelle dienen.

Folgende Workshops wurden angeboten:

1. Meine Bilder, meine Welt (Wie prägen Landkarten und Fotos mein Bild von der Welt, Stereotype und Vorurteile gegenüber Menschen?
2. Die Macht der Konsument*innen (Vom Rohstoff bis in den Einzelhandel: Können wir als Konsument*innen beeinflussen, ob die Produkte, die wir kaufen fair und biologisch gehandelt sind?)
3. Projekte im Globalen Süden: Rückkehrer*innen berichten (Können wir durch die Unterstützung von Sozial- und Bildungsprojekten die Welt ein bisschen Gerechter machen?)
4. Die Schattenseiten der Textilindustrie und Handlungsalternativen (Woher stammen die Produkte, die wir kaufen und welche Alternativen zum konventionellen Markt gibt es? Wovon könnte Südtirol heute leben außer von Äpfeln, Wein und Milchprodukten?)
5. Ausländer*innen-Feindlichkeit: Schwarz-weiß ist farbenblind (Welche unbewussten Vorurteilen trage ich in mir und wie beeinflussen sie den Umgang mit meinen Mitmenschen? Wie kann ich gegen Rassismus und Diskriminierung vorgehen?)

Wir wird man OEW-Projektschule?

Seit 2018 Jahren bietet die OEW auch ein ganzheitliches Bildungsformat an und gestaltet das Leben an Ober- und Berufsschulen rund ums Jahr mit. Referent*innen der OEW unterstützen dabei ganzjährig freiwillige Schüler*innengruppen bei der Umsetzung ihrer Ideen zu den Themen „Bewusster Konsum“, „Internationale Zusammenarbeit“ und „Vielfalt und Miteinander“. Dies kann in Form einer Kleidertauschbörse auf dem Schulgelände, einer Fundraising-Aktionen für Projekte im Globalen Süden, eines Sensibilisierungsvideos zum Thema Rassismus und Sexismus oder auch einfach in Form eines fairen und nachhaltigen Pausenverkaufs geschehen. Indem die Schüler*innen durch selbstinitiiertes Projekte ihr eigenes Lernumfeld mitgestalten, soll ihnen bewusst werden, dass jede*r etwas bewirken kann, egal ob heute als Schüler*in oder morgen als erwachsener Teil der Zivilgesellschaft.

Schulen können sich innerhalb Februar 2020 bei der OEW über bildung@oew.org anmelden.