Sambia: Seite an Seite

Sambia: Seite an Seite

Schule, ein Zentrum der Hoffnung

 

Chipata ist eine der größten Städte Sambias und die Hauptstadt der Ostprovinz. Das Distrikt rund um Chipata wird von 367.500 Personen bewohnt und die Stadt selbst beherbergt 100.000 Menschen. Sie liegt in der Nähe der Grenze zu Malawi. Zur Hauptstadt des anliegenden Staates sind es knapp 130 km.

Die vorherrschenden Sprachen in diesem Teil Sambias sind Nyanja und Englisch, sowie einige der 72 verschiedenen Volkssprachen des Landes. Das Wort „Chipata“ selbst kommt von den Ngoni und bedeutet „weiter Platz“. Dies bezieht sich auf die Fläche, die die Stadt zwischen den verschiedenen Hügeln, die sie umgibt, einnimmt.

Der Tourismus streift Chipata vor allem aufgrund seiner guten Ausgangslage, um den berühmten „South Luangwa National Park“ zu erreichen, und um von der Hauptstadt Malawis in jene Sambias zu gelangen.

Es gibt drei Jahreszeiten: die warme Regenzeit von Dezember bis Mai, die kalte Trockenzeit von Juni bis August und die heiße Trockenzeit von September bis November.

Problematik

Neben den vielen Sonnenseiten des Landes, ist eines der größten Probleme Sambias die hohe HIV-Infektionsrate, welche die durchschnittliche Lebenserwartung einer Person auf 38-39 Jahre senkt. Die Konsequenz ist eine erhöhte Anzahl an Waisen- und Halbwaisenkinder, welche häufig von Verwandten oder Bekannten aufgenommen werden.

Außerdem ist die schulische Ausbildung in Sambia mit teilweise hohen Kosten verbunden: Neben den Schulgebühren müssen Familien für Schulbücher, Uniformen, Hefte und Material aufkommen. Das Budget dafür kann sich nicht jede Familie leisten und so behalten viele ihre Kinder zu Hause. Aufgrund der Tatsache, dass es in Sambia keine Schulpflicht, sondern nur ein Schulrecht gibt, ist die Bildung der Kinder jeder Familie selbst überlassen.

Das Projekt

Madame Jere, eine Lehrerin aus Chipata, Marco Sardella, ein Laienmissionar aus Mailand und Micheal Chisanga kauften im Jahre 2005 ein Haus in Magazine Compound, einem Viertel von Chipata. Dieses Haus bauten sie in eine Schule um und nahmen um die 100 Waisen-, Halbwaisenkinder und Kinder mittelloser Familien auf, welche sich die Schulausbildung nicht leisten konnten. Seitdem hat sich in der „Magazine Christian Mission Academy“ einiges weiterentwickelt: Zwei weitere Schulkomplexe wurden gebaut, eine Mauer umringt das Gelände, eine Küche schafft optimale Verhältnisse, um das Mittagessen der SchülerInnen zuzubereiten, und ein Wassertank sorgt für täglich sauberes Wasser.

Seit 2015 besuchen etwa 300 Kinder die Schule. Die Klassen reichen von der ersten bis zur neunten. Neben einer guten Schulbildung erhalten die Schüler*innen auch eine warme Mahlzeit am Tag, Schuluniformen, medizinische Versorgung und Schreibmaterial.Der Beitrag der Familie für diese Leistungen liegt bei ca. 5 € pro Kind und Schuljahr. Dazu wird von den Familienmitglieder einmal pro Trimester eine Mitarbeit bei der täglichen Essenszubereitung erwartet.

Das Schuljahr, das in Trimester aufgeteilt ist,  in Chipata beginnt im Jänner und endet im November (in Trimester aufgeteilt). Am Vormittag besuchen die älteren SchülerInnen den Unterricht (4.-9. Klasse) und am Nachmittag die jüngeren SchülerInnen (1.-3. Klasse).

Nach Abschluss der 9. Klasse erhalten die interessierten und guten SchülerInnen die Möglichkeit, weiterführende Kurse zu besuchen, wie z.B. die Ausbildung zum Mechaniker, Elektriker oder zur Schneiderin. Einige können durch die finanzielle Unterstützung und die schulische Leistung einen Abschluss in der höheren Pflichtschule (bis zur 12. Klasse) erreichen. Mithilfe dieser SchülerInnen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Schule ist Voraussetzung für die finanzielle Unterstützung von Seiten der Organisation: Zum einen muss bei verschiedenen Schulreinigungen mitgeholfen werden, zum anderen ist eine Teilnahme an einer monatlichen „Zeitschenken-Aktion“ verpflichtend. An diesem Tag wird mit den älteren SchülerInnen eine sich in Schwierigkeiten befindende Familie besucht und gemeinsam „angepackt“ (z.B. wird Wäsche gewaschen, auf dem Feld geholfen oder andere kleinere Arbeiten verrichtet).

Neben dem Unterricht wird den SchülerInnen auch ein Freizeitprogramm angeboten. Dieses ist zum einen auch die Hauptaufgabe der Freiwilligen, die zusammen mit den Lehrern das Programm zusammenzustellen; es wird gespielt, gebastelt, gestrickt, Sport gemacht usw. Dabei kann man seinen Ideen freien Lauf lassen. Einige der SchülerInnen nehmen sehr gerne und regelmäßig am Programm teil, treffen hier ihre Freunde, haben Spaß und die Möglichkeit Kind zu sein.

Besonderer Wert wird im Projekt auch auf die Zusammenarbeit mit den Familien der SchülerInnen gelegt. Madame Jere besucht die Familien regelmäßig zu Hause, versucht die Situationen dort kennenzulernen, den Erziehungspersonen die Wichtigkeit der Schule nahezulegen, in Austausch zu treten und somit die Basis für Vertrauen zu schaffen, die in erzieherischen Prozessen von so großer Wichtigkeit ist.

Zielgruppe

Waisen- und Halbwaisenkinder sowie Kinder aus Familien, die sich ansonsten den Schulbesuch nur schwer leisten können.

Ziel

  • Schulbildung für Waisen- und Halbwaisenkinder, sowie Kinder aus Familien, die sich ansonsten die Schulbildung nur schwer leisten könnten
  • Ermöglichung von weiterführender Schulbildung bis hin zur Erlernung eines Berufs
  • Versorgung der Kinder mit Schulmaterialien und Mittagessen
  • Sinnvolle Freizeitgestaltung
  • Zusammenarbeit mit den Familien

Projektträger vor Ort

Marco Sardella

Arbeitsgruppe

Die Arbeitsgruppe „Seite an Seite“ begleitet das Projekt in Magazine Compound und besteht aus den folgenden Mitgliedern:

Daniela Tschöll, Uli Griesser, Daniela Heiss, Johanna Kompatscher, Matthias Lun, Marion von Zieglauer, Verena Pasolli, Karen Pichler, Stephan Pircher, Verena Rottensteiner, Greti Sabbadini, Monika Thaler, Verena Gschnell, Peter Watschinger, Barbara Vieider, Verena Rungger, Christina Perathoner

Kontaktperson in Südtirol

Peter Watschinger, peter.watschinger@gmail.com, Tel. 347 65 44 226

 

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