Nein zu diesem Gesetz zur Antidiskriminierung!

Gesetz zur Einrichtung der Antidiskriminierungsstelle – Vereine distanzieren sich

Am Mittwoch, 3.6.2020, bezog die OEW gemeinsam mit rund 17 Vereinen in Bozen Stellung zum unzureichenden Gesetzesentwurf, der die Zuständigkeiten der lange geforderten Antidiskriminierungsstelle festlegen sollte. Dabei wurde kaum eine Forderung der Vereine, die schon seit Jahrzehnten zum Thema in Südtirol arbeiten, berücksichtigt. Unter anderem wurde der Themenbereich „Gender“ gänzlich aus dem Entwurf gestrichen, obwohl die meisten Diskriminierungen in Italien darauf basieren.

Die Südtiroler Vereine, die von den zuständigen Akteuren mehrfach angehört wurden, deren Vorschläge aber kaum Niederschlag im Gesetzesentwurf fanden, distanzieren sich mit aller Entschiedenheit von der Neufassung des bestehenden Gesetzes! Sie soll am 4. Juni der Gesetzgebungskommission vorgelegt werden. Die Vereine fordern die Einrichtung einer Stelle, die der Bedeutung von Antidiskriminierungsarbeit gerecht wird und der gesamten Südtiroler Bevölkerung zu Gute kommt. 

Heute lud ein Netzwerk Südtiroler Vereine zur Pressekonferenz vor den Südtiroler Landtag. Seit Jahrzehnten setzt sich die Vereinswelt für die Einrichtung einer Antidiskriminierungsstelle ein. Sie soll nicht nur Personen vor Benachteiligung schützen, sondern auch zu einer Kultur des Respekts und des gleichberechtigen Miteinanders beitragen. Auch auf Drängen der Vereine wurde die Antidiskriminierungsstelle 2011 durch Landesgesetz beschlossen – eingerichtet wurde sie allerdings nie!

Erst als sich knapp 30 Südtiroler Vereine mit den jährlichen „Wochen gegen Rassismus“ zusammenschlossen und in offenen Briefen und verschiedenen Treffen mit den zuständigen Akteuren auf die Einrichtung der Stelle pochten, kam Leben in die Planungen. Landtagspräsident Josef Noggler garantierte im Dezember 2019 die Einrichtung einer unabhängigen Antidiskriminierungsstelle, die allein aus organisatorischen Gründen der Volksanwaltschaft zugeordnet werden sollte.

„Was sich zunächst sinnvoll anhörte, stelle sich später als Täuschungsmanöver heraus“, schätzt Matthäus Kircher, Geschäftsführer der OEW, die Lage ein. Denn nur so könne er sich erklären, dass die Neufassung des Landesgesetzes weit über die organisatorischen Regelungen hinausgehe. „Die  Antidiskriminierungsstelle soll jetzt in ihrem Auftrag gravierend geschwächt werden und ihre Unabhängigkeit verlieren.“

Tatsächlich sieht die Neufassung des Gesetzesentwurfs, der am 4. Juni in die Gesetzgebende Kommission gehen soll, das Merkmal „Geschlecht“ nicht mehr vor. Bis heute ereignen sich aber die meisten Diskriminierungen in Italien in Hinblick auf das Geschlecht der betroffenen Person. „Auf diese Weise droht die Antidiskriminierungsstelle zur Farce zu werden!“ bekräftigen auch die Vertreter*innen der Rete dei diritti dei senza voce. Das Land begründet diesen Schritt mit möglichen Überscheidungen zu bestehenden Diensten, die sich allerdings durch interne Absprachen problemlos vermeiden ließen. „Niemand möchte, dass doppelte Arbeit gemacht wird,“ betont auch Andreas Unterkicher von Arcigay, „doch droht nun die Gefahr, dass das Angebot der Südtiroler Dienste lückenhaft bleibt. Es kann nicht sein, dass Personen, die diskriminiert werden, auch in Zukunft keine Anlaufstelle finden.“

Entschieden distanzierten sich heute, am 3. Juni 2020, bei einer öffentlichen Pressekonferenz vor dem Landtag die Südtiroler Vereine von der Neufassung des Landesgesetzes. Sie sind weiterhin dazu bereit, zu einer Überarbeitung des Landesgesetzes beizutragen. Alles hängt vom Willen des Gesetzgebers ab und davon, wie viel ihm daran gelegen ist, ernstzunehmende Antidiskriminierungsarbeit in Südtirol bereit zu stellen.

 

 

Legge istitutiva del Centro di tutela contro le discriminazioni – le associazioni prendono le distanze!

Il 3 giugno una rete di associazioni ed organizzazioni altoatesine (di seguito denominate “le associazioni”) ha indetto una conferenza stampa innanzi al Palazzo Provinciale.

Il mondo associativo si batte da decenni per l’istituzione di un centro di tutela contro le discriminazioni (di seguito “il CTD”), che non dovrebbe solo proteggere le vittime delle discriminazioni ma dovrebbe contribuire anche a promuovere una cultura del rispetto reciproco e di una convivenza fondata sulla parità di trattamento. L’istituzione del CTD – pur prevista dal 2011 con legge provinciale, anche grazie alla pressione delle associazioni – non ha tuttavia ancora mai visto la luce!

Solo allorchè circa 30 associazioni, in occasione delle annuali “settimane contro il razzismo”, misero insieme le proprie forze e scrissero una lettera aperta alle istituzioni proponendo di riprendere “il filo del discorso”, sono cominciati i lavori per la concreta realizzazione del CTD.

Il Presidente del Consiglio provinciale, Josef Noggler, a dicembre 2019 promise l’istituzione di un CTD autonomo ed indipendente, che solo per ragioni “organizzative e logistiche” sarebbe stato inserito all’interno dell’ufficio e dei locali della Difensora Civica.

“Ciò che inizialmente sembrava essere ragionevole, si dimostrò poi una manovra ingannevole”, deduce Matthäus Kircher, Direttore dell’OEW. Poiché solo così ci si può spiegare il fatto che secondo la nuova formulazione della proposta di legge provinciale, quelle ragioni “organizzative e logistiche” celano ben altra sostanza. “Il CTD verrebbe gravemente indebolito nelle sue funzioni e potrebbe perdere del tutto la sua autonomia e indipendenza”.

E infatti: la nuova formulazione della proposta di legge, che il 4 giugno approderà in Commissione legislativa, non prevede più il motivo del “genere” tra i motivi di discriminazione di cui si occuperebbe il CTD. Sebbene si tratti del più diffuso motivo di discriminazione attualmente registrati. “Così il CTD rischia di diventare una farsa!” sottolineano i rappresentanti della Rete dei diritti dei senza voce. La Provincia motiva tale scelta rappresentando le possibili sovrapposizioni con uffici già esistenti: ostacolo che si potrebbe agilmente aggirare attraverso reciproci protocolli d’intesa. “Nessuno si sovrapporrebbe al lavoro di altri uffici”, fa notare Andreas Unterkicher di Arcigay, “ma dobbiamo assicurare che non rimangano delle zone franche per le quali nessun ufficio potrebbe dare tutela”.

Oggi, 3.6.20, durante una conferenza stampa, le associazioni altoatesine hanno preso fermamente le distanze dalla nuova formulazione della legge provinciale! Al tempo stesso rimangono disponibili a fornire il proprio contributo affinchè questo testo di legge venga formulato in modo da rendere il costituendo CTD all’altezza del ruolo che dovrà svolgere e affinchè possa essere al servizio effettivo di tutti gli altoatesini.

3.6.2020