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Bolivien: Vida y esperanza - Kleine Schritte der Hoffnung

Land: Cochabamba - Bolivien 

Cochabamba ist mit seinen fast 2 Millionen Einwohnern die viertgrößte Stadt Boliviens und liegt auf einer Meereshöhe von 2.500 Metern (im Stadtzentrum). Das Cochabamba-Tal ist umgeben von Bergen mit Höhen von bis über 5.000 Metern.

Der Stadtname Cochabamba soll von den Quechua-Worten qucha, was so viel bedeutet wie „Sumpf“, und pampa, was „Ebene“ bedeutet, stammen und zudem verdient sich die Stadt aufgrund der ganzjährigen milden Temperaturen (durchschnittlich 18°C) die Benennung „Stadt des ewigen Frühlings“.

Ein Projekt, welches im folgenden Abschnitt vorgestellt wird, findet in Champarrancho statt. Es handelt sich dabei um ein Viertel von Cochabamba, welches sich am Stadtrand befindet. Dieses wird von vielen zugewanderten Menschen bewohnt. Der Haupteil der hier ansässigen Menschen verdient sich ihren Unterhalt mit der Produktion von Ziegeln, da sich der lehmreiche Boden besonders dafür eignet.

Sacaba hingegen, wo sich die Tagesstätte für Menschen mit Beeinträchtigung befindet, ist die zweitgrößte Stadt der Region und liegt etwa 16 km vom Cochabamba entfernt.

 

Problematiken im Viertel Champarrancho

Durch die hohe Zuwanderung aus dem Hochland ("altiplano") in die Stadt Cochabamba geraten viele Familien in eine schwierige Situation. Es mangelt in der Stadt an Arbeitsplätzen, die Wohnverhältnisse für zugewanderte Familien sind meist nicht sehr gut und Alkoholismus als Nebenerscheinung existenzieller Probleme stellt einige Familien vor allem in den Außenvierteln der Stadt zusätzlich auf die Probe. Finanzielle Probleme, schlechte gesundheitliche Versorgung, häusliche Gewalt und mangelnde Schulbildung sind für einige Familien aus dem Viertel Champarrancho traurige Realität.

 

Projektbeschreibung

Beim Projekt Vida y Esperanza handelt es sich um die Unterstützung von etwa 80 Familien, sowie 150 Kindern, eines Viertels in Cochabamba, und um die finanzielle Unterstützung einer Tagesstätte für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigung.

 

Vida y Esperanza in Champarrancho

Wie bereits geschildert, leben zahlreiche Familien in Champarrancho von der Produktion von Ziegeln. Der Ertrag dieser Arbeit fällt jedoch meistens sehr spärlich aus, weshalb die Kinder häufig mithelfen müssen. Somit ist die Zeit für Schule und zum Spielen oft beschränkt.

Die Arbeit des Projektes in Champarrancho kann in drei Teile gegliedert werden:

  • die schulische Förderung,
  • die familiäre Unterstützung und
  • die psychologische Betreuung.

Nachmittags werden Hausaufgabenhilfen für Grund- und MittelschülerInnen von jungen StudentInnen angeboten. Die meisten Eltern wünschen sich eine gute Schulbildung für ihre Kinder, damit sie zukünftig bessere Arbeitsmöglichkeiten haben. Ziel des Projektes ist es, dass alle Kinder und Jugendlichen die Mittelschule abschließen und sie nicht frühzeitig abbrechen.
Unter familiärer Unterstützung ist vor allem ärztliche und ökonomische Hilfeleistung für die Familien zu verstehen. Einige Familien werden durch die Mitarbeiter des Projektes begleitet, wenn sie ins Krankenhaus müssen oder sonstige Erledigungen anfallen. Die Projektleiterin besucht die Familien regelmäßig zuhause, um ihre Situation kennenzulernen und sie unterstützen zu können.
Bei der psychologischen Unterstützung handelt es sich um Gespräche mit den Eltern, Aufklärungsarbeit, sowie therapeutische Arbeit mit den Kindern. Durch die Sozialarbeit, familiäre Betreuung und die psychologische Unterstützung kann den Familien geholfen werden, ihre Situation zu verbessern.

Ziel des Projektes ist es, Kinder und Jugendliche für einen Zeitraum aus ihrem oft schwierigen Alltag zu holen. Im Projekt wird besonders auf eine positive Lebenseinstellung Wert gelegt. Den Kindern und Jugendlichen werden Gemeinschaft, Spaß, Spiele, oder auch einfach nur ein offenes Ohr geboten. Einmal in der Woche können sie sich im Haus des Projektes den Dingen widmen, die ihnen gefallen: Lesen, malen, basteln, spielen... Die dort gebastelten Sachen, wie Schmuck oder Sorgenpüppchen, werden dann zum Teil auf Märkten verkauft. Die eingenommenen Gelder können daraufhin für die Beschaffung von Schulmaterial, Schuhen oder anderen allfälligen Sachen für die Kinder genutzt werden. Neben all diesen Aktivitäten werden den jungen Menschen auch Kleidung, Arztbesuche und gesunde Mahlzeiten geboten.

Kurz gesagt unterstützt das Projekt die Kinder und Jugendlichen aus dem Viertel Champarrancho in all ihren Lebenssituationen, egal ob es sich nun um einen schmerzenden Zahn, fehlende Hemden für die Firmung, die Erneuerung des Geburtsscheins oder um Mathematikunterricht am Nachmittag handelt.

 

Centro Sigamos in Sacaba

Auch Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigung werden durch das Projekt Vida y Esperanza in einer Tagesstätte namens „Centro Sigamos“ in der nahegelegenen Stadt Sacaba unterstützt. Es gibt zwar staatliche Heime, doch reichen diese dennoch nicht aus, um den vielen Kindern mit Beeinträchtigung Betreuung zu bieten. Deshalb gibt es auch private Tagesstätten, wie eben Sigamos. Kindern und Jugendlichen aus ärmlichen Familienverhältnissen werden hier schulische Bildung, Möglichkeiten zum Spielen, psychologische und physiotherapeutische Betreuung, sowie reichhaltige Mahlzeiten geboten. Sport und Physiotheraie stehen auf dem Wochenplan des Zentrums und werden als wichtiger Bestandteil der Förderung der Kinder und Jugendlichen gesehen. Neben individueller schulischen Förderung in Lesen und Schreiben, werden auch hier Hygiene und Körperpflege groß geschrieben. Kinder und Jugendliche lernen die Wichtigkeit guter Manieren am Tisch; außerdem wird einmal in der Woche gekocht, geputzt und Kleidung gewaschen.

 

Zielgruppe

Kinder und Jugendliche

 

Projektträgerin

Mirtha Rosario Oviedo Arevalo

 

Kontaktperson in Südtirol

Sabine Eberhöfer, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel. 349 0 0 740 78
 

Arbeitsgruppe

Eva Aurich, Ruth Dietl, Kathia Cardinale Depian, Sarah Kofler, Sabrina Eberhöfer, Magdalena Tschöll, Claudia Gamper

 

Auslandspraktika

Für dieses Partnerschaftsprojekt sind freiwillige Auslandspraktika möglich.

Die Aufgabenbereiche, welche die Praktikanten während ihres Aufenthaltes übernehmen, sind hauptsächlich die Mitarbeit im Centro Sigamos , der Tagesstätte für Kinder und Jugendlichen mit Beeinträchtigung. Die Arbeit besteht meist aus der Unterstützung des Personals, sowie aus der individuellen Arbeit und Förderung der Kinder und Jugendlichen. Neben Rechen-, Sprach-, und Bewegungsübungen gehört auch Basteln und Spielen, sowie die Unterstützung in alltäglichen Aktivitäten wie Kämmen oder Nägel schneiden dazu.

Außerdem können die Freiwilligen bei der Hausaufgabenhilfe in Champarrancho mithelfen und gemeinsam mit der Projektleiterin verschiedene Familien im Viertel besuchen, um die Situation der Familien besser verstehen zu können. Samstags basteln und spielen die Freiwilligen mit einer der Gruppen von Kindern und Jugendlichen und helfen bei der Essensausgabe für die rund 150 Kinder und Jugendlichen, die sich jeden Tag im Haus des Projektes versammeln. Der genaue Zeitplan, sowie spezielle Arbeiten (falls die freiwilligen Praktikanten eine besondere Ausbildung besitzen), können individuell festgelegt werden.

Am Projekt kann das ganze Jahr über mitgearbeitet werden, wobei Januar und Juli aufgrund von Schulferien etwas ungünstiger sind. Es gibt eine Mindestaufenthaltszeit von drei Monaten.

Die Freiwilligen werden bei einer Familie untergebracht. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung belaufen sich auf ca. 130 Euro pro Monat.

Wichtig sind vor allem die Liebe zu Kindern und Jugendlichen, sowie gute Spanischkenntnisse, Arbeitswillen, Geduld und Kreativität, aber auch die Fähigkeit, sich auf fremde Situationen und Realitäten einzulassen.

 

 

 

 

Erfahrungsbericht Auslandspraktika

 

Berichte zu diesem Projekt

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