logotype

Stand am Stegener Markt
Billig, billiger, Cheaper Shop - Würdest Du kaufen?

Am 28. Oktober 2015 habne wir, gemeinsam mit youngCaritas und den Weltläden, auf dem größten Südtiroler Markt unseren in lila Farbe gehaltenen „Cheaper Shop“ mit Billigprodukten aufgebaut. Eine Sechserpackung Eier kostete dort 50 Cent, kleine Kekspackungen waren um 25 Cent zu haben, 200 Gramm Kaffee um 1,50 Euro. Die Leute griffen bedenkenlos zu – auch weil wir Mut zum Kauf der Billigstprodukte machten, „die wir mit Hilfe von Kinderarbeit und aufgrund von unfairen Produktionsbedingungen so günstig anbieten konnten“. Es handelte sich um einen „Bildungsüberfall". Wir wollten aufrütteln, aufzeigen, was wirklich hinter vielen Produkten steht und auf ironische Art und Weise zum Denken anregen. Die Ironie wurde nicht immer verstanden. Denn trotz Bildern und Fotos von arbeitenden Kindern, großflächigen Abholzung des Regenwaldes oder radikales Spritzen ohne Schutzkleidung für die Arbeite*innen, was alles Realitäten auf unseren Plantagen darstellen sollten, griffen viele Passanten ohne mit der Wimper zu zucken zu. Die verkauften Produkte stammten aus dem lokalen, ökologischen und fairen Handel.


{<youtube}RU11Y7Xuejo{/youtube}

Unter dem Motto „transparent und günstig“ boten wir am Cheaper-Shop Mineralwasser, Bananen, Schokolade, Eier und Kaffee zu unschlagbar günstigen Preisen an. Mit Bildern zeigten wir den potenziellen Käufer*innen, weshalb es möglich ist, dass wir Produkte so billig verkaufen können: Arbeitende Kinder in der Elfenbeinküste für unsere Schokolade, großflächige Landenteignung in Ecuador für die Produktion unserer Bananen, billige Wasserquellenkauf und sinkende Grundwasserspiegel in Südafrika. Dafür würden sie „den armen Menschen“ ein bisschen Arbeit geben, auch die Kinder bekämen ein paar Cent im Monat und einige Flaschen Wasser alle paar Tage. Weiter sagten wir, wir seien froh, die Menschen in der „Dritten Welt“ ausbeuten und bedenkenlos Pestizide einsetzen zu können, was in Europa längst verboten sei: Schließlich ginge es einzig darum, die Produkte in Südtirol so günstig wie möglich anzubieten.

Ich, Verena, bin schockiert von den Reaktionen der Menschen. Viele waren einfach nur froh, günstig und viel einkaufen zu können. Teilweise waren den Kaufenden die Fotos von ausgebeuteten Kindern egal, die Erzählungen über die Produktentstehung interessierte sie nicht. Interessant war es jedoch bei den Eiern von "rumänischen Legehennen": Da lehnten die meisten Menschen den Kauf ab. Bei den Produkten, bei denen die Menschen keinen Bezug zu Anbau und Produktion haben, griffen sie hingegen bedenkenlos zu. Während sie Eier ablehnten, kauften sie beispielsweise bedenkenlos Schokolade, die im Weltladen fair gehandelt das Fünffache kostet.
Sabrina von youngCaritas sagt: „Junge Menschen sind aufmerksamer. Außerdem lassen sich einige nicht auf den Arm nehmen, obwohl die wir mit den Werten „ehrlich“ und „transparent“ warben. Schließlich würden auch andere Händler Produkte anbieten, die unter ausbeuterischen Bedingungen entstanden seien, allein der Cheaper-Shop stehe dazu". Wir sind froh darüber, dass einzelne Besucher*innen uns das Konzept der Weltläden erklärt und meinten haben, eine solche Art von Handel zerstöre die Welt.
Nachdem die Menschen ihren Einkauf getätigt hatten, klärten wir sie über die Absicht hinter dem Cheaper-Shop auf. Manche schämten sich, andere verwiesen darauf, dass auch andere billig eingekauft hätten. Brigitte sagt: „Wir haben noch viel zu tun, um den Menschen verständlich zu machen, dass sie mit jeder Kaufentscheidung darüber bestimmen, wie Anbauer leben und überleben können.“

Folgende Betriebe haben die Produkte für den Cheaper-Shop am Stegener Markt kostenlos zur Verfügung gestellt: Kaffee stammt von der fairen Linie von Schreyegg, Wasser von Plose, Eier von Schlernhof“, Kaffee, Schokolade, Bananen und Kekse von den Weltläden. Vielen Dank an euch alle! Ansonsten wäre die Aktion nie möglich gewesen.

Ziel der Aktion war es, auf den fairen Handel als respektvolle und gerechte Handelsalternative hinzuweisen: Es geht um gerechte Preise, angemessene Löhne, langfristige Verträge, Förderung von sozial- und umweltverträglichen Produktionsbedingungen und um Kranken- und Altersvorsorge für die Produzent*innen.

Euer Cheaper-Team!

Lies von uns. Erhalte unseren monatlichen Newsletter:
E-Mail-Adresse

Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button