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Partnerschaftsprojekte

Die internationale Zusammenarbeit aus Sicht der oew

Für die oew sind gegenseitiges Kennenlernen, Vertrauen und Respekt Basis der internationalen Kooperation. Sie ist auf die Bedürfnisse der Partnerländer und ihrer Bevölkerung ausgerichtet und auf die Partizipation und auf das Selbstbewusstsein aller Interessensgruppen in der Gestaltung der Projekte orientiert. Ein ständiger Dialog mit den ProjektpartnerInnen ist die Voraussetzung einer gelungenen Kooperation.

Ziele der Projektzusammenarbeit

Menschen können ihre Probleme selbst lösen, hierbei jedoch finanzielle oder mentale Unterstützung brauchen. Ziel der Projektarbeit der oew ist es, Menschen im „Globalen Süden“ zu unterstützen, um einen Beitrag zur Überwindung vom globalen Ungleichgewicht zu leisten. Den Fokus richtet die oew auf Bildung für Frauen und Kinder, Menschen in schwierigen Lebenssituationen und Menschen mit Beeinträchtigungen.

Leitfaden der internationalen Zusammenarbeit

Im Jahre 2010 hat die oew Richtlinien erarbeitet, nach denen die Projektzusammenarbeit gestaltet wird.

Säulen der internationalen Kooperation - Richtlinien der oew

Im letzten Halbjahr hat sich der oew-Vorstand, das Team, die Arbeitsgruppe "Projekte", die Projektgruppen und Interessierte intensiv mit dem Thema der internationalen Kooperation auseinandergesetzt. In diesem Rahmen wurde eine Vortragsreihe mit verschiedenen Experten aus dem zivilen, institutionellen und kirchlichen Bereich organisiert.

Ziel war es, Anregungen für den entwicklungspolitischen Ansatz zu erhalten. Das Ergebnis sind die folgenden acht Säulen. Sie sollen als Leitfaden und Inspiration für die künftige Arbeit der oew mit den Partnern im Süden dienen.

1. Beziehung

Eine gute Beziehung zu den Partnern, zu den Organisationen und vor allem zu den Menschen ist die Voraussetzung für ein Gelingen der Zusammenarbeit. Vor dem Start eines gemeinsamen Projektes sollen sich die Partner kennen lernen. Gegenseitiges Vertrauen, Interesse und Respekt sind die Basis der Kooperation.

Wie in jeder menschlichen Beziehung sollen die Partner auch hier die Beziehungen, also den persönlichen Austausch, laufend pflegen. Eine Zusammenarbeit, die nur auf die Projektziele fokussiert und die menschliche Ebene ausklammert, ist zum Scheitern verurteilt. Gute Projektpartner sind Freunde.

2. Auf Bestehendem aufbauen

Das Rad muss nicht neu erfunden werden. Das Gelingen einer Zusammenarbeit hängt stark davon ab, was bereits vorhanden ist. Ein Projekt von Null aufzubauen ist eine Überforderung und selten sinnvoll. So sind Initiativen, die bereits funktionieren, eine notwendige Basis, um eine Kooperation zu ermöglichen. Auf sie können und sollen die Projekte aufbauen.

Lokale Ressourcen wie Infrastrukturen, Kompetenzen oder Netzwerke sind ein wichtiger Ausgangspunkt. Der Fokus soll stärker darauf gelegt werden, was gebraucht wird und was schon funktioniert und nicht darauf, was fehlt. Besser ist es eine Gruppe von 100% auf 120% zu bringen, als von 0% auf 300% (was nicht funktionieren würde).

3. Bedürfnisse der Partner

Eine Kooperation muss auf die Bedürfnisse der Partnerländer und ihrer Bevölkerung ausgerichtet sein. Der oew geht es um eine positive Veränderung, die Personen vor Ort spürbar wahrnehmen können. Wichtig ist dabei, dass die Ideen von den Partnern kommen, da diese die Menschen und deren Bedürfnisse kennen. Dadurch übernehmen die Partner automatisch Verantwortung und beteiligen sich aktiv am Veränderungsprozess.

4. Empowerment – Stärkung der Zivilgesellschaft

Ein wichtiges Ziel der internationalen Kooperation der oew ist die Stärkung der Zivilgesellschaft. Die Beteiligung aller Interessensgruppen (private Organisationen, Vereine, Institutionen, Politik) eines Themenbereiches ist wichtig.

Die Partizipation ist ein wichtiges Mittel für die Gestaltung von Projekten und auch für die Gestaltung der politischen Rahmenbedingungen. Denn Menschen, die sich aktiv und maßgeblich an allen Entscheidungen beteiligen, die ihr Leben beeinflussen, gewinnen an Selbstbewusstsein. Dadurch können sich schrittweise die bestehenden Machtverhältnisse zugunsten der Zivilgesellschaft verändern.

5. Erfahrungen Dokumentieren

In den letzten Jahren sind viele Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit (EZA) gemacht worden. Aus Fehlern hat man jedoch selten gelernt, da sie kaum dokumentiert wurden. Auch die Entwicklung neuer Ansätze lässt sich oft schwer nachvollziehen, weil der Projektverlauf nur in Einzelfällen festgehalten wird.

Jede Erfahrung, egal ob positiv oder negativ, hat einen Wert für sich. In der EZA der oew dürfen Fehler die gleiche Bedeutung haben wie positive Entwicklungen. Wichtig ist dabei aber, dass die Erfahrungen dokumentiert werden und somit anderen zugänglich sind.

6. Fundierte Kenntnisse

Die Zusammenarbeit mit einem Partner erfordert fundierte Kenntnisse über das Land, in dem die Projekte realisiert werden. Ein Grundwissen über die politische, wirtschaftliche und soziale Situation ist notwendig, um überhaupt auf sachlicher Ebene miteinander kommunizieren zu können.

Eine sinnvolle Diskussion über verschiedene Projektmaßnahmen kann mit dem nötigen Wissen besser geführt werden. Ebenso ist eine Auseinandersetzung mit der Kultur und den kulturellen Gegebenheiten wichtig für eine konstruktive Zusammenarbeit - vor allem auch, um Missverständnisse zu vermeiden.

7. Gemeinsame Verantwortung

Entwicklungszusammenarbeit bedeutet gemeinsame Verantwortung. In einer Projektkooperation hat jede Partei eine bestimmte Rolle und Verantwortung zu tragen, die sich auf das jeweilige gesellschaftliche Umfeld bezieht. Die Kooperation kann nur funktionieren, wenn jeder zu seiner Verantwortung steht und diese auch übernimmt.

8. Gemeinsamer Weg

Für die internationale Kooperation der oew soll ein Projektverlauf immer ein gemeinsamer Weg sein. Es sollen gemeinsame Erfahrungen sein, ein gemeinsames Wachsen an den Herausforderungen, ein gemeinsames Grübeln über die Probleme und ein gemeinsames Freuen über die Erfolge. Die internationale Kooperation der oew soll erfolgreich sein, für beide Seiten.

Die oew steht mit allen Projekten bereits seit Jahren in Kontakt. Die Partnerschaften sind eine zusätzliche Möglichkeit, die Arbeit im Süden zu unterstützen. Sie sind zugleich eine Antwort auf viele entsprechende Anfragen in Südtirol. Vor allem durch regelmäßige Spenden kann im Projekt mittelfristig geplant werden.

Informationen für Unterstützer*innen

In Südtirol sind viele Menschen, die Verantwortung übernehmen und regelmäßig ein Projekt finanziell unterstützen, denn nur so können Projekte im Süden der Welt mittelfristig geplant werden.

UnterstützerInnen werden mit Berichten über den Einsatz der Gelder und die Entwicklungen des gesamten Projektes informiert. Für ihre Unterstützung stellt die oew eine Spendenbestätigung aus. Damit ist der Beitrag von der Steuer absetzbar.

Zur Deckung des Verwaltungsaufwandes gehen 5% der Spenden an die oew.

 

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