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MahlZeit. Coltiviamo la vita. Deboriada

Scaricati qui il manifesto altoatesino sulla sovranità alimentare!

„MahlZeit!“ – ein uraltes deutsches Wort, in dem wir unseren Tischnachbarn vielerlei Gutes und Gesegnetes wünschen. „deboriada“, das ladinische Wort für Gemeinschaft. Und damit die Einladung: „coltiviamo la vita“.

Diese drei Begriffe kennzeichnen das landesübergreifende Projekt im Jahre 2015 zum Thema „Ernährungssicherheit und -souveränität“.

www.mahlzeit.it

Ernährungssouveränität und -sicherheit ist ein Grundrecht aller Menschen auf gesunde und kulturell entsprechende Nahrung, auf eine Landwirtschaft und einen Verbrauch, die zukunftsfähig und nachhaltig sind.

Für viele Menschen in unserem Lande sind diese Themen nicht allgegenwärtig und tägliche Besorgnis. Für Nahrungsmittel geben wir mittlerweile im Durchschnitt nur mehr um die 15 Prozent unseres Einkommens aus, wofür wir noch vor der Jahrhundertwende etwas bei 70 Prozent ausgegeben haben. Essen ist vielfach so billig, dass es oft gedankenlos im Müll landet.

Wie lange noch? Die vermeintliche Sicherheit ist trügerisch: auf globaler und lokaler Ebene gibt es Entwicklungen, die Anlass zur Besorgnis geben:

•Die verfügbare landwirtschaftliche Nutzfläche nimmt weltweit ab.

•Die Weltbevölkerung wächst weiterhin stark an. Gleichzeitig nimmt die Verstädterung zu, was auch bedeutet, dass sich weniger Menschen selber versorgen können.

•In der Trinkwasserversorgung gibt es bereits jetzt große Probleme (mehr als 1,2 Mrd. Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, mehr als ¼ aller Menschen leidet unter Wassermangel bis hin zu extremer Wasserarmut).

•Das Klima verändert sich und stellt die Landwirtschaft vor neue Herausforderungen (z. B. weniger jährliche/saisonale Niederschläge, Dürreperioden, Stürme, Überschwemmungen) Die Biodiversität nimmt rapide ab und gleichzeitig konzentriert sich die Kontrolle des Saatgutes auf wenige multinationale Gesellschaften.

Dies sind nur einige der wichtigsten Szenarien, die sich auf die Ernährungssicherheit auswirken.

In Mailand findet vom 1. Mai bis zum 31. Oktober 2015 die große Weltausstellung EXPO statt: „FEEDING THE PLANET. ENERGY FOR LIFE“. Dabei sollen die Bereiche Technologie, Innovation, Kultur, Tradition und Kreativität mit den Themen Ernährungssicherheit und Lebensenergie für zukünftige Generationen verbunden werden.

Wir nehmen die Expo zum Anlass, um in Südtirol das Thema zu reflektieren, zu vertiefen und somit in der gemeinsamen Auseinandersetzung Alternativen anzudenken und umzusetzen. Es gibt viele Fragen und Schwerpunkte, die wir im Rahmen des Projektes aufarbeiten möchten. So können wir uns beispielsweise fragen, was in unserer Macht steht, um auch unseren Nachkommen qualitativ gute Nahrung sichern zu können? Ebenso verlangen die Fragen zur Förderung der regionalen Kreisläufe, zur Stärkung solidarischer Projekte mit „g-lokalen“ Produzenten, sowie zum Schutz von Wasser, Klima und Böden unsere Aufmerksamkeit. Wie erreichen wir jeden Einzelnen achtsam mit dem wertvollem Gut „Nahrung“ umzugehen und die Verantwortung für das große Ganze zu übernehmen?

In den letzten Jahren ist Vieles zum Thema Ernährungssouveränität geschehen: Das mutige Engagement vieler Bäuerinnen und Bauern zur Stärkung der Vielfalt, die Bildungsprojekte in Haus- und Landwirtschaftsschulen, die Sensibilisierung durch zahlreiche Kurse und Projekte für verschiedene Altersgruppen, von den Kleinsten im Kindergarten bis hin zu den SeniorInnen, die engagierte Tätigkeit der Gartenfreunde und der Vereine zur Bewahrung alter Saatgutsorten und vieles andere mehr an „Made in South Tyrol“, das zum Teil nur innerhalb der Landesgrenzen bekannt ist, sind einige Beispiele. Doch nicht nur lokale Kreisläufe erhielten in den letzen Jahren unsere Aufmerksamkeit, sondern durch vielerlei Bestrebungen etablierte sich auch der faire Handel und damit zusammenhängende globale Netzwerke.

„Mahlzeit. Coltiviamo la vita. Deboriada“ möchte all diese, und viele weitere Initiativen sammeln, sichtbar und zugänglich machen und bestärken. Eine Welle soll die Menschen in diesem Jahr erreichen und „Ernährungssouveränität und –sicherheit“ zum Alltagsthema machen.

JedeR ist eingeladen: Haushalte, Vereine, Schulen, Bauern/Bäuerinnen und weitere ProduzentInnen, KonsumentInnen, Gemeinden und andere öffentliche Einrichtungen. Das Essen betrifft jeden von uns, ist Teil unseres „guten Lebens“, zugleich aber auch Politik. So stellt sich eine weitere Frage: Wie kann jeder einzelne durch sein Verhalten und seine täglichen Entscheidungen die große Politik beeinflussen? Und was erreichen wir, wenn wir alle gemeinsam bewusst handeln und einen nachhaltigeren Weg einschlagen? 

Deshalb an alle: Macht mit!

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