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18/02/2012

Plurilinguismo

Immer wieder, wenn ich neue Menschen kennen lerne und wir auf das Thema „Sprachen“ zu sprechen kommen, höre ich folgenden Satz: Du sprichst ja fünf Sprachen, das ist aber toll!. Da halte ich immer kurz inne und bin dann schließlich auch der Meinung, dass Mehrsprachigkeit etwas Wertvolles ist.

Stilisierte farbige Zeichnung zweier Gesichter, die sich näherkommen.

Es ist schön, sich in verschiedenen Sprachen ausdrücken zu können, vermeintlich kommt man damit näher ran an die Menschen, aber die Sprache ist auch ein Regulator von Distanz. Welche Sprache ich in der Kommunikation mit welchem Menschen wähle, sagt viel darüber aus, wie nahe ich mein Gegenüber an mich heranlassen möchte. Mit wem spreche ich meine Muttersprache, mit wem meine zweite, dritte, vierte oder fünfte Sprache?

So ist die Wahl der Sprache schon eine Sprache für sich. Eine subtile Feinheit, die sich bei den mehrsprachigen Menschen zeigt, und nur bei diesen, denn nur diese haben die Wahl zwischen mehreren Sprachen, Kulturkreisen und Identitäten. Und gerade das finde ich spannend. Denn ein Mensch, der mehrere Sprachen spricht, ist komplexer, vielfältiger, mehrdeutig. Er oder sie hat somit ein Potential, das, wenn es konstruktiv genutzt wird, eine große Ressource ist.

Leider wird das politisch verkannt. Gerade eben, während ich das Vorwort schreibe, erhalte ich einen Anruf und eine freundliche Stimme erinnert mich daran, dass ich bei der Volkszählung die Sprachgruppenzugehörigkeit noch erklären muss. Ich möchte mich aber nicht erklären. Mit dem vermeintlichen Vorwand, dass kulturelle Wurzeln und eine klare kulturelle Identität den Selbstwert stärken, werden wir in ethnische Einbahnstraßen eingezwängt. Statt wirklich wachsen und reifen zu können, lenken wir ab und halten an Mustern fest, die längst schon überholt sind.

Da wir damit nicht einverstanden sind, greifen wir in den nächsten Beiträgen das Thema „Mehrsprachigkeit“ auf und hoffen, einen Beitrag zu leisten, um die Vorteile der Mehrsprachigkeit aufzuzeigen. Gute Lektüre!

Silvia Pitscheider, Geschäftsführerin der oew


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