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15/02/2006
WTO Hongkong - Nachtrag zu Millenniumszielen
Fairer Handel und der WTO-Gipfel in Hongkong
Hongkong ist weit weg - was geht das uns an? Und was geht uns die WTO an? Ist das nicht eine Sache der Politiker - und zu kompliziert, um von den einfachen Bürgern verstanden (geschweige denn beeinflusst) zu werden?

Nur kurz zur Erinnerung:
Das 1. Millenniumsziel lautet wie folgt: den Anteil der Weltbevölkerung, der unter extremer Armut und Hunger leidet, halbieren - wie stellen sich das aber die reichen Länder im Norden konkret vor?
Die WTO (Welthandelsorganisation) ist in unserem Zeitalter der Globalisierung der einzige Ort, wo die Regeln der internationalen (Wirtschafts- und Handels-) Politik diskutiert und festgelegt werden. CTM Altromercato war als eine von vielen Nicht-Regierungs-organisationen in Hongkong vertreten, um auf die Interessen der Kleinbauern und Handwerker im Süden dieser Welt aufmerksam zu machen und die erzielten Vereinbarungen kritisch zu analysieren.
Während Politiker in den internationalen Medien viel über Entwicklung, Fortschritt und Reduzierung von Armut geredet haben, wurden die eigentlichen Betroffenen (kleine und mittlere Handwerksproduzenten und Bauern) weder angehört noch berücksichtigt.
Tatsächlich beschlossen wurden hingegen Maßnahmen, welche die Interessen der Industrieländer, allen voran der USA und der EU, schützen, ohne Rücksicht auf mögliche Folgen für die so genannten Entwicklungsländer, ...indifferente al fatto che la propria politica protezionistica ... comporta la distruzione delle economie dei paesi poveri, e la fame per milioni di contadini in tutto il mondo.
Die Welt befindet sich also wieder ein Stückchen weiter entfernt von der Realisierung des Prinzips der Ernährungssouveränität jeden Landes, also des Rechtes, dass jedes Land seine Agrarpolitik so gestalten kann, dass seine eigene Bevölkerung ausreichend ernährt werden kann - ein Prinzip, das wesentlich dazu beitragen könnte, das 1. Millenniumsziel zu realisieren und das auch von FINE (Flo, Ifat, News!, Efta), dem Zusammenschluss der größten international tätigen Fair-Handels-Akteure, mitgetragen wird.
(siehe http://www.altromercato.it/it/informazione/azione_sociale/wto_hong_kong05)
Stattdessen legitimiert das Abschlussdokument von Hongkong ...una situazione nella quale in nome dello sviluppo (cioè del privilegio di chi è sviluppato di continuare ad esserlo) i paesi ricchi continuano per ora a proteggere le loro economie (l'impegno a terminare con i sussidi per il 2010 o 2013 è tra i punti ancora da discutere), mentre quelli poveri devono smettere di farlo ora, anche laddove hanno qualche politica che tenta di proteggere la loro economia ed i servizi (tra cui la gestione di beni comuni come l'acqua ed i servizi pubblici).
Kurz gesagt: Die Länder der so genannten Dritten Welt müssen den Industrieländern schon heute Zugeständnisse machen und erhalten dafür heute Almosen (in Form von minimalen Erhöhungen von Entwicklungshilfe) und irgendwann Zugang zu den dann (vielleicht?) subventionsfreien Agrarmärkten des Nordens. Versteht man das unter "einem fairen Handel"?
Silvia Wasserer
Quelle der Zitate: Report conclusivo von Giorgio dal Fiume - CTM Altromercato: http://www.altromercato.it/it/primapagina/hongkong


