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26/08/2004

Was ist Zucker?

Zucker kommt natürlich in mehreren Formen vor, unter anderem als Fructose, als Lactose in der Milch und als Saccherose vor allem in Zuckerrohr und Zuckerrüben. Zucker wird auch aus Getreidestärke gewonnen, etwa Isoglucose, aus Weizen- und Maisstärke. Alle Zucker bestehen aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff und gehören zu den Kohlenhydraten.

Die Verstoffwechslung aller Zuckerformen liefert dem menschlichen Körper Energie, gemessen in Kalorien. Raffinierte und andere "reine" Zucker liefern nur "nackte" Kalorien ohne die zur Verwertung nötigen Vitamine, Enzyme oder Mineralstoffe.

Was tut er im Körper?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO und die UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO - Food and Agriculture Organization) halten fest: Ein höherer Konsum von "freiem" Zucker - Zucker, der Nahrungsmitteln von Herstellern, KöchInnen oder VerbraucherInnen beigemischt wird, sowie Zucker, der natürlich in Honigen, Sirupen und Fruchtsäften vorkommt - bedroht die Nahrhaftigkeit der Ernährung, weil erhebliche Energie ohne spezifische Nährstoffe bereitgestellt wird (...) Getränke mit einem hohen Gehalt an Zucker verringern die Appetitkontrolle und erhöhen daher die gesamte Energieaufnahme.

Erfrischungsgetränke

Eine Dose eines kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränks enthält im Schnitt 40 Gramm Zucker, was zehn Kaffeelöffeln entspricht. Der Pro-Kopf-Verbrauch an derartigen Getränken liegt in Nordamerika bei circa 210 Liter pro Jahr.

Nach einer Empfehlung des US-Landwirtschaftsministeriums sollte niemand mehr als 40 Gramm reinen Zucker pro Tag zu sich nehmen - also nur eine Dose eines typischen Erfrischungsgetränks. Der Zucker in kohlensäurehaltigen Getränken ist die bedeutendste Zuckerquelle in der Ernährung der US-AmerikanerInnen.

Coca Cola, der weltgrößte Verbraucher von raffiniertem Zucker, gab 1999 1,6 Milliarden US-Dollar für Marketingzwecke aus.

Fettleibigkeit

Zahlreiche Studien belegen, dass ein hoher Konsum von nährstoffarmen, kalorienreichen Nahrungsmitteln mit hohem Gehalt an Zucker und gesättigten Fettsäuren zusammen mit geringer körperlicher Aktivität die Gewichtszunahme fördert.

Es gibt weltweit mehr als eine Milliarde übergewichtiger Erwachsener, wovon zumindest 300 Millionen fettleibig sind. Der Anteil der Fettleibigen schwankt derzeit von weniger als 5% in China, Japan und einigen afrikanischen Ländern bis zu mehr als 75% in städtischen Gebieten Samoas. Selbst in China erreichen die Anteile in manchen Städten fast 20%.

Die Zahl übergewichtiger Kinder wird weltweit auf 17,6 Millionen geschätzt; in den USA hat sich ihre Zahl seit 1980 verdoppelt, die Zahl der betroffenen Jugendlichen sogar verdreifacht.

In Thailand stieg der Anteil der Fettleibigen in der Altersgruppe 5 - 12 Jahre in nur zwei Jahren von 12,2 auf 15,6%.

In einigen reichen Ländern verursacht Fettleibigkeit zwischen 2 und 6 Prozent der gesamten Gesundheitskosten. (...)

Quelle: Südwind-Magazin, Nummer 1-2/2004


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